Zahnärztliche Schlafmedizin

Nächtliches Schnarchen kann multifaktoriell bedingt sein und bei Kindern und Erwachsenen auftreten. Die Geräusche des Schnarchens entstehen dabei durch die Vibration des Gaumensegels bzw. der Rachenwand. Geht diese schlafbezogene Atmungsstörung auf eine Kieferfehlstellung, wie z.B. einer Kieferrücklage und/ oder einem zu schmalen Oberkiefer zurück, so kann der Kieferorthopäde hauptsächlich bei jungen Patienten entsprechende kieferorthopädische Geräte einsetzen, um diese anatomischen Anomalien zu beseitigen.

 

Unterschieden wird zwischen harmlosem und krankhaftem Schnarchen. Während das harmlose Schnarchen zu keiner körperlichen Beeinträchtigung des Betroffenen führt, kann es beim krankhaften Schnarchen zu Atemaussetzern (obstruktive Schlafapnoe bezeichnet) kommen, die lebensgefährlich sein können. 
Mit Hilfe von apparativer Diagnostik (Polygraphie und Polysomnographie) ist der Schlafmediziner in der Lage die obstruktive Schlafapnoe bei einem Patienten zu identifizieren. Wird bei dieser  Diagnostik ermittelt, dass der Patient unter einer leichten bis mittelgradigen obstruktiven Schlafapnoe leidet, so kann therapeutisch vom Kieferorthopäden bzw. Zahnarzt eine intraorale Schiene dem Patienten eingesetzt werden, die einen Vorschub des Unterkiefers bewirkt. Dabei kommt es zu einer Straffung des Weichgewebes und Vergrößerung des Rachenvolumens. Das Schnarchen wird dadurch unterbunden.

 

Diese Schienen werden individuell für den jeweiligen Patienten angefertigt. Heutzutage existieren unterschiedliche Modellvarianten dieser Schienen, die u.a. auch abhängig von der Bezahnung des Patienten sind.
 Liegt jedoch eine schwere obstruktive Schlafapnoe vor, so wird der Schlafmediziner eher mittels einer nasalen Masken-Überdrucktherapie behandeln.